20 Jahre International Cycling Film Festival
Im Jahr 2006 wurde das Internationale Festival des Fahrrad-Films gegründet. In zwei Wochen zeigt es in den Herner Flottmann-Hallen sein aktuelles Programm. Das dreitägige Festival läuft vom 19. bis 21. März 2026
Großes Kino für das Fahrrad: Das Internationale Festival des Fahrrad-Films wird 20 Jahre alt und feiert sich standesgemäß mit großer Kunst, herausragenden Filmen und zahlreichen internationalen Gästen. Zum Jubiläum präsentiert ICFF ein sorgfältig ausgewähltes Programm mit internationalen Kurz- und Langfilmen. Höhepunkt des dreitägigen Festivals ist das Wettbewerbsprogramm am Samstag (21.3.) einschließlich der Verleihung der Goldenen Kurbel, dem ältesten Filmpreis für Fahrradfilme weltweit.
Das Jubiläumsfestival richtet den Blick nach vorn: Im Zentrum des Programms steht das Fahrrad als dramaturgisches Element im erzählenden Film, sei es als muskelkraftvolles Symbol, als offenes Mittel der Fortbewegung oder als Ort besonderer Verletzlichkeit.
„27“ – ein preisgekrönter ungarisch-französischer Film
Ein herausragendes Beispiel dafür ist der preisgekrönte Kurzfilm „27“ der ungarischen Regisseurin Flora Anna Buda. Der autobiografisch gefärbte, visuell wie emotional hochenergetische Animationsfilm begleitet eine junge Ungarin an ihrem 27. Geburtstag. Noch im Elternhaus lebend, ist ihr Leben von Frustration und Enge, aber auch von einem unbedingten Freiheitswillen geprägt. Traumsequenzen und harte Realität, zu der unter anderem ein symbolbeladener Sturz auf dem Fahrrad zählt, treffen aufeinander. Der Film wurde auf den Internationalen Filmfestspielen in Cannes mit der Goldene Palme für den besten Kurzfilm ausgezeichnet.
Zwei Weltpremieren
Mit „Biss auf den Schlauch“ präsentiert der Filmemacher und Komponist Marc Papenheim nicht nur den ersten Vampirfilm in der Geschichte des Festivals, sondern zugleich eine von zwei Weltpremieren des diesjährigen ICFF. Der liebevoll gezeichnete Animationsfilm führt das Publikum auf eine nächtliche Fahrt zum Château Dracul. Spätestens im Finale wird deutlich: Das Fahrrad eignet sich nicht nur zur Fortbewegung, sondern entfaltet – richtig eingesetzt – auch in der Abwehr von Vampiren eine bemerkenswerte Wirksamkeit.
Die zweite Weltpremiere des Abends ist ein Dokumentationsfilm: In „Shop Dog – A Mötley Movie“ dreht sich alles um Mötley, seines Zeichens Hund und mithelfende Seele in der Fahrradwerkstatt Working Bikes in Chicago. Die Regisseurin des Films, Marie Ullrich aus USA, ist bereits zum vierten Mal Gast auf dem ICFF und hat dort mit ihrem Film „Faster!“ im Jahr 2012 den Großen Preis der Jury gewonnen.
Übernatürliches und Irreales im Fahrradkino
Das Publikum wir ferner mit verschiedenen übernatürlichen Phänomenen konfrontiert: So begleitet das Festival den Helden und Halbgott Herkules auf einer Fahrradreise von Recklinghausen zu den Göttern des Olymp („Herkules“, Felix Bartke, Nils Ramme 2023); im Film „Le Tour“ (Johnny Yager, 2024) entführt ein mysteriöser Black Rider ein bunt zusammengewürfeltes Radrennen in jenseitige, irreale Welten. Nick Cave leiht dem poetischen Film „But We Had Music“ (Daniel Bruson, 2024) seine Stimme, und Filmemacher Alexander Derken experimentiert mit Bild und Ton und lässt das Fahrrad als Schlagzeug erklingen („Bossa Velo“, 2024). Insgesamt beinhaltet das Hauptprogramm des 20. ICFF zwölf Filme aus sechs Ländern.
Drei Tage Filmkunst und Fahrradkultur
Das Festival startet am Donnerstag, 19. März, standesgemäß mit einer Fahrradfahrt, die um 19 Uhr am Bochumer Rathaus beginnt und die Flottmann-Hallen in Herne zum Ziel hat. Unterwegs und am Ziel werden „Fantastische Fahrrad-Filme auf Fassaden“, so der Programmtitel, gezeigt. Der Eintritt ist frei.
Der Freitagabend (20. März) ist den internationalen Perspektiven auf den Fahrradfilm gewidmet. Der Abend wird gestaltet von Aleksander Kopia (Polen), Erwin Zantinga (Niederlande), Sabri Pajaziti (Kosovo) und Marie Ullrich (USA). Sie werden die aus Ihrer Sicht besten Fahrradfilme der letzten 20 Jahre wortreich präsentieren. Moderation: Yannick Steinkellner. Musik: DJ Kleinradhuelse (20.3. / Beginn um 20 Uhr, Eintritt an der Abendkasse: acht Euro, Flottmann-Hallen).
Der dritte Tag des Festivals, Samstag, 21. März, beginnt mit einer Fahrrad-Sternfahrt: „Critical Masses“ starten aus Dortmund (Treffpunkt: Friedensplatz, 13.30 Uhr) und Essen (Ruhrmuseum, 14.30 Uhr) und treffen sich am Bochumer Rathaus um 15.30 Uhr. Von dort radeln alle gemeinsam zu den Flottmann-Hallen, wo die Teilnehmenden sich beim freien Lastenradpolo oder beim Eis in der San-Remo-Lounge die Zeit vertreiben können.
In filmischer Hinsicht geht es am Samstagnachmittag um 17 Uhr weiter: Gezeigt wird der Film „Cycling Cities“ von Ingwar Perowanowitsch mit anschließendem Filmgespräch über die Lebensqualität in europäischen Städten sowie die Rolle, die Fahrrad und Fahrradinfrastruktur dabei spielen (21. März, 17 Uhr, Flottmann-Hallen, Eintritt frei).
Höhepunkt ist das Hauptprogramm und der Kurzfilm-Wettbewerb um die Goldene Kurbel, der am Samstagabend (21. März, 20 Uhr) beginnt. Gezeigt werden zwölf Kurzfilme aus sechs Ländern, darunter zwei Weltpremieren. Viele Filme werden von Filmemacher:innen aus USA, Niederlande, Estland, Frankreich und Deutschland persönlich vorgestellt. Für das leibliche Wohl des Publikums sorgt die Dortmunder Velokitchen, DJ Mono legt feine Filmmusik auf. Der Grazer Autor und Lyriker Yannick Steinkellner moderiert den Abend. (20.3. / Beginn um 20 Uhr, Eintritt an der Abendkasse: acht Euro, Flottmann-Hallen).
International Cycling Film Festival
Das International Cycling Film Festival wurde 2006 gegründet und zeigt Filme, die das Fahrrad zum Thema haben. Es wird jährlich in den Flottmann-Hallen, Herne, eröffnet und findet dann an ca. zwanzig Spielstätten in Deutschland und Europa statt. Das Festival wird vom Europäischen Büro für Filmkunst und Fahrradkultur e.V., Herne, organisiert. Die Goldene Kurbel, der Filmpreis des ICFF, gilt als Oscar des Fahrradfilms und ist der älteste Filmpreis für Fahrradfilme weltweit.
Zeitplan und Programm des 20. ICFF
- Donnerstag, 19.3., 19.00 Uhr: Fantastische Fahrradfilme auf Fassaden // Startpunkt auf dem Rad: Glocke Bochum Rathaus // letzte Filmsession des Abends um ca. 21.00h in den Flottmann-Hallen. Eintritt frei
- Freitag, 20.3., 20.00 Uhr: Die besten Fahrrad-Filme der vergangenen 20 Jahre. Filmische Perspektiven von Marie Ullrich (USA), Sabri Pajaziti (Kosovo), Erwin Zantinga (Niederlande), und Aleksander Kopia (Polen). Flottmann-Hallen // Eintritt: EUR 8,00
- Samstag, 21.3.:
15:30 Uhr: Critical Mass zu den Flottmann-Hallen // Startpunkt: Glocke Bochum Rathaus
– Zubringer aus Essen: 14.30 Uhr ab Zeche Zollbverein, Ruhrmuseum
– Zubringer aus Dortmund 13.30 Uhr ab Friedensplatz, 14.30 Uhr ab Lütendortmund
17.00 Uhr: ICFF-Sonderprogramm: „CYCLING CITIES“ von Ingwar Perowanowitsch mit anschließendem Filmgespräch // Theatersaal in den Flottmann-Hallen // Eintritt frei
20.00 Uhr: ICFF-Hauptprogramm und Wettbewerb um die 20. Goldene Kurbel // Flottmann-Hallen // Eintritt: EUR 8,00
Tickets gibt es ausschließlich an der Abendkasse
(Quelle: International Cycling Film Festival)
